kino.to geschlossen – Der wohl bekannteste (illegale) Streaming-Portal fällt

So etwas spricht sich im Netz schnell herum und findet auch auf Spiegel-Online seine Erwähnung: Die wohl bekannteste Streaming-Plattform kino.to wurde von den Ermittlungsbehörden dicht gemacht.

Kino.to dürfte den meisten Internet-Nutzern ein Begriff gewesen sein, ob jetzt durch aktive Nutzung oder nicht. Hier gab es so gut wie alle aktuellen Kinofilme oder Serien als kostenlos verfügbaren Onlinestream – dass das ganze nicht legal war, kann man sich ja denken. Neben kino.to hat es auch einige Stream-Hoster erwischt, die wohl entweder direkt von den kino.to Leuten betrieben wurden oder in sehr engem Kontakt zur Seite standen.

Eigentlich wundert es mich ja schon etwas, dass eine Seite wie kino.to überhaupt so lange online bleiben konnte – auch wenn schon in der Vergangenheit mehrere Serverwechsel in allen möglichen Ländern vollzogen wurden. Allerdings zeigt dies, dass Strafverfolgungsbehörden es im Netz schon relativ schwer haben, solche Seiten zu belangen. Als reine Verlinkungsseite hätte kino.to wohl noch etwas durchgehalten, die Berufung auf „wir bieten ja selber gar nichts an, sondern verlinken nur“ scheint ja immer noch halbwegs zu funktionieren. Wenn allerdings die Webmaster die genutzten Stream-Hoster selber betrieben haben (und somit auf mehrere Wege Einnahmen generiert haben), zieht diese Ausrede ja nicht mehr. Denn wenn man den Content, den man auf seinem anderen Server hostet, verlinkt, ist man nach wie vor der Anbieter…
Ich würde ja fast tippen, dass dieser Umstand der Gruppe vielleicht am Ende das Genick brechen könnte / gebrochen hat.

Das diese Schließung nur ein Tropfen auf den heißen Stein war, dürfte jeder, der sich auch nur halbwegs im Netz auskennt, wissen. Schlage der Hydra einen Kopf ab und es werden zwei nachwachsen. Auch wenn kino.to wohl eine der bekanntesten – wenn nicht die bekannteste – Seite war, es gibt genug vergleichbares im Netz.

Die Filmindustrie tut sich allerdings schwer, legale Alternativen zu solchen illegalen Streaming-Angeboten anzubieten. Das momentane Prinzip der Vermarktungskette steht einer direkten Verteilung im Netz irgendwie im Weg. Hier wollen erst Kinos ihren Teil vom Kuchen, dann Videotheken über den Verleih, dann der Handel über den Verkauf und dann das TV über die TV-Ausstrahlung. Je früher man dem User einen direkten, digitalen Weg zum Content gibt, je mehr Teilnehmer dieser Verwertungskette werden (vielleicht sogar zu Recht) Angst um ihre Umsätze haben.
Für aktuelle Kinofilme frage ich mich als Filmfreund allerdings, wie man sich diese über einen pixeligen Stream antun kann…. Da ist mir eine große Kinoleinwand und entsprechender Sound doch definitiv lieber als ein leicht pixeliger DivX-Stream (vielleicht sogar noch was abgefilmtes…) mit Stereoton.

Etwas anders sieht das ganze bei Serien aus, die man recht direkt nach Ausstrahlung in den USA als HD-Stream bewundern kann – hier müssen sich die Rechteverwerter wirklich etwas einfallen lassen. Für Fans einer bestimmten Serie sind die momentanen Zeiten, die zwischen US-Ausstrahlung und Deutschland-Version (wenn sie denn überhaupt kommt) eindeutig viel zu lange. Als Fan kommt man hier an Importen (oder halt den illegalen Alternativen) fast nicht vorbei.
Warum hier die Industrie nicht stärker ansetzt verstehe ich absolut nicht. Vor allem weil ich denke, dass Serienfreunde sicher auch bereit wären, den ein oder anderen Euro für eine zeitnahe, legale Ausstrahlung zu zahlen.

So lange man hier nicht wirklich bezahlbare Alternativen schafft – die Musikindustrie hat es in Form von iTunes, AmazonMP3 und Co ja eigentlich mittlerweile begriffen – befürchte ich fasst, dass die Filmindustrie hier noch mehr Hydraköpfe bekämpfen muss.

Wie seht ihr das? Zu erwartende Reaktion auf kino.to? Alternativen?

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