eBooks und die Buchpreisbindung – Irrungen und Wirrungen

Das eBooks fast auf dem Preisniveau der papiergebundenen Ausgaben liegen (Preisabweichungen von ca. 10% ignorieren wir jetzt mal), sollte schon so ziemlich jedem eBookreader-Besitzer aufgefallen sein. Das ist halt so und lässt sich erst einmal nicht ändern. Allerdings höre ich in diesem Zusammenhang unglaublich oft das Argument „Wir haben ja Buchpreisbindung, da ist das ja klar“ – und das ist leider totaler Mist.

Die Buchpreisbindung an sich kann gar nichts dafür, dass eBooks nicht wirklich billig sind – und genau damit soll sich dieser Artikel beschäftigen.

Betrachten wir doch einmal das „bösen Gespenst“  Buchpreisbindung. Ja, wir haben in Deutschland eine Buchpreisbindung und ja, diese Buchpreisbindung gilt auch für eBooks. Allerdings sollte man sich an dieser Stelle erst einmal überlegen (oder ergoogeln), was Buchpreisbindung eigentlich bedeutet.

Im Prinzip heißt Buchpreisbindung nämlich, dass ich mich an einem, vom Verlag vorgegebenen, Verkaufspreis eines Buches zu halten habe (sofern die Buchpreisbindung nicht aufgehoben ist oder es sich um ein gebrauchtes Buch handelt) – nicht mehr und nicht weniger. Dieser Preis kann allerdings von den Verlagen von Ausgabe zu Ausgabe verändert werden.

Das heißt auch ganz klar, dass der Preis einer Buchform eines Buches absolut nichts mit dem Preis einer eBookform eines Buches zu tun haben muss. Ein Verlag kann definieren, dass ein Hardcover X 20€ kostet, dass zugehörige Taschenbuch 10€ und dass das zugehörige eBook für 1€ auf dem Markt ist. Allerdings müssen dann alle Händler die jeweilige Ausgabe zum definierten Preis anbieten – also muss das eBook überall genau 1€ kosten.

Allein dieses Beispiel zeigt: Die arme Buchpreisbindung kann gar nichts dafür, dass ein eBook vielleicht nur einen Euro billiger ist als das Taschenbuch… Die Buchpreisbindung sorgt nur dafür, dass das eBook überall nur einen Euro billiger ist als das Taschenbuch. Genau dies ist der kleine (aber feine) Unterschied, der gemeinhin übersehen wird.

Das eigentliche Problem – die geringe preisliche Differenz zwischen physischem und digitalem Buch – hat also andere Ursachen. Auf Seiten der Verlagen kommt oft, das die Einsparung von Druck-, Lager- und Vertriebskosten gar nicht so hoch ist. Diese könnte auch durch die erhöhte Mehrwertsteuer von 19% (vor dem Gesetz ist das eBook also kein Buch, welches nur mit 7% besteuert wird) oder den erhöhten Autorenbeteiligungen bei digitalen Vertriebswegen wieder aufgefressen werden. Diese Kalkulation kann uns allerdings nur ein Verlag erklären….

Festzuhalten bleibt: Die arme Buchpreisbindung kann gar nichts für die hohen eBookpreise – sie sorgt nur dafür, dass wir bei Amazon, BOL, buecher.de etc pp überall das selbe zahlen müssen.

 

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